Schlei rauf und wieder runter – Missunde, Schleswig, Kappeln

Mit dem Segelboot sind wir die Schlei bis Schleswig und nach Kappeln zurück gesegelt. Davon erzähle ich Euch heute:

Von Arnis aus sind wir weiter über Lindaunis nach Missunde gesegelt. In Lindaunis mussten wir bei relativ aufbrausenden Wasser wieder auf die Öffnung der Brücke warten. So wie in Kappeln öffnet die Brücke für den Schleiverkehr immer viertel vor. Wir hatten diese Öffnung gerade verpasst und versuchten an einer der gelben Festmachertonnen auf die nächste Öffnung zu warten. An der gelben Tonne fest zu machen war aber durch die Wellen ziemlich schwierig und so legten wir uns mit an einen Steg, damit wir nicht eine dreiviertel Stunde im Kreis fahren mussten. Als die Brücke hoch ging, fuhren wir als Segelpolonaise mit anderen Segler Richtung Missunde. Die in gleichmäßigen Abständen hintereinander, in der zum Teil schmalen Fahrrinne, herfahrenden Boote ergaben ein hübsches Bild. Nach unserer Tour habe ich noch zwei interessante Dinge erfahren. Die Brücke in Lindaunis gilt als eine der Unzuverlässigsten, denn sie lässt sich nicht immer vernünftig öffnen oder schließen. Sie soll daher auch irgendwann erneuert werden. Das zweite ist, dass Comic-Werner in einem der Filme über die Brücke gesaust ist.

 

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Die Seglerpolonaise durchquert die Lindaunis Brücke
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Lucky 5 in Missunde – Hier scheint noch die Sonne

 

In Missunde legten wir im Brodersby Hafen an. Zu den Duschen musste man eine Treppe hoch. Dort ist auch eine Gaststätte von der es Plätze mit Blick runter auf die Boote und die Schlei gibt. In Missunde gibt es eine Fähre, die von einer auf die andere Seite führt. Dann gibt es noch das Restaurant „Missunder Fährhaus“. Sonst gibt es hier nichts. Das Missunder Fährhaus ist absolut empfehlenswert. Preis-Leistung ist top! Die Kellner sind überaus natürlich freundlich, das Essen ist super, die Karte nicht zu groß und der Preis absolut in Ordnung. Auch der Gruß aus der Küche war ganz besonders lecker. Das Olivenöl, Brot und Kräuterquark waren sehr köstlich. In der Speisekarte ein Aufzählung der regionalen Lieferanten zu finden, machte einen sehr guten Eindruck. Mein Freund hatte als Vorspeise Räucherlachs mit Senfsauce und Brot bestellt. Das war der Knaller! Ich war ein wenig traurig, als ich ganz satt nach dem Hauptgang, keine Portion davon noch einmal bestellen konnte. Es hätte einfach nicht mehr gepasst.

 

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Dom und Stadthafen von Schleswig
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Wikingerdorf Haithabu
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Fischerviertel Schleswiger Holm

 

Am nächsten Tag ging es weiter nach Schleswig. Dort lagen wir im Stadthafen. Der war mit 20,-€ Liegegebühr zwar der teuerste unserer Tour, aber dafür konnte man ohne Münzeinwurf so lange duschen, wie man wollte. Wir aßen Hotdogs in der kleinen roten Hütte „Alte Liebe“, in der die Mitarbeiter genervt auf einander über einander redeten und naschten lustige Eissorten wie „Hasenpups“ und „Lakritze“ im Eiscafé „Kaphörnchen“ gegenüber.

Ich denke, in Schleswig gibt es 2 Dinge, die man gesehen haben sollte. Das sind das Wikingermuseum Haithabu und das Schloß Gottorf. Letztes Jahr waren wir in Haithabu, daher führte uns der Weg an diesem Tag nicht dorthin. Ich hatte eine tolle Fotoausstellung entdeckt. Im Stadtmuseum findet bis 30. Oktober 2016 eine Fotoausstellung des Natur- und Reisefotografen Art Wolfe statt. Wir sind dahin spaziert. Ich war total begeistert! Das ist natürlich genau mein Geschmack. Die Bilder waren faszinierend und zu jedem gab es eine kleine Geschichte. Außerdem liefen in verschiedenen Räumen kleine Videofilme zum Fotografen und seiner Arbeit. Leider waren wir zu spät, um uns noch das Stadtmuseum an sich anzuschauen.

 

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Stadtmuseum Schleswig

 

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, um schnellstmöglich zurück nach Kappeln zu kommen. Zurück ging es ohne Segel mit laufendem Motor. Wir hatten sogar Glück und haben beide Brückenöffnungen abgepasst. Kurz vor der Kappeler Brücke konnte ich vor Aufregung fast nicht mehr auf die Brücke schauen, weil ich dachte, sie geht jeden Moment herunter und wir kommen nicht mehr mit durch. Es hat aber alles geklappt. In Kappeln gab es dann Diesel fürs Boot und Brötchen für uns.

Was an unserer Schleitour rückblickend so toll war, war das die Gegend unaufregend schön ist. Es gibt nicht übermäßig viel zu sehen oder zu erleben. Man kann einfach mal an der frischen Luft Nichts tun und durchatmen. Genau, dass brauchten und bekamen wir. Ab Kappeln fuhr mein Freund nun mit dem Boot weiter und ich nahm nach einem Stadtbummel den Bus.

 

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Hotel Aurora – die „Landarzt-Kneipe“ der Serie

 

In einer Nebenstraße der Kappeler Innenstadt habe ich einen wunderbaren Schokoladenladen „Schlaefkes Schokoladenküche“ entdeckt. Allein die Tür zu öffnen und herein zu treten, ist ein Hochgenuss. Der Duft, der einen in die Nase steigt ist so wundervoll und verfliegt zum Glück nicht so schnell. Hier ist alles aus Schokolade in verschiedensten Varianten. Man kann sogar in die Schokoküche schauen und sich zu einer Führung anmelden. Es gibt auch eine Art Café in dem man heiße Schokolade trinken und dazu ein paar Pralinen probieren kann. Ich habe mir ein Tütchen mit verschiedenen Köstlichkeiten zusammen gepackt, um auch mal Etwas zu verschenken. Der Preis ist eher hoch. Für mein kleines Tütchen habe ich ein kleines Vermögen bezahlt. Das habe ich aber sehr gerne gemacht. In der Tüte waren handgemachte, super leckere Schokoköstlichkeiten,  in dem kleinen Laden waren freundliche Bedienungen, die einem alles erklären und dabei so süß lächeln, wie die Schokolade selbst. Den Duft der Schokolade konnte man ungeniert genießen und durch das Angebot „Heißgetränk + 2 Pralinen“ auch gleich vor Ort probieren. Das versüßt einen doch gleich den letzten Urlaubstag.

Zuhause haben wir das Schoko-Marzipan-Segelschiffchen gleich weg gefuttert. Dann war ich noch gespannt auf die Kakao-Nibs. Die kannte ich bisher noch nicht. Kakaokernbruchstücke werden Nibs genannt. Ich habe da auch gleich einen Herbst-Tipp: Wir haben Wallnusseis mit angemachten Zwetschgen und Kakao-Nibs geschlemmt. Grandios! Die Zwetschgen habe ich entsteint, in einen kleinen Topf zum einkochen gegeben. Dazu einen kleinen Schuss Apfelsaft, Agavendicksaft und Gelierzucker zum eindicken hinzugeben. Wer mag kann natürlich noch mit Spirituosen wie Rum und Gewürzen wie Zimt experimentieren. Eine Mengenangabe habe ich leider nicht, da ich das immer so nach Gefühl und Geschmack mache. Guten Appetit!

 

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Kappeler Heringe mal anders

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Der Tag neigte sich dem Ende und ich musste mir einen Bus suchen, um von Kappeln zurück zu meinem Auto in Eckernförde zu kommen. Der Bus brauchte fast 1,5 Std im Zickzack nach Eckernförde. Die Fahrt war schaukelig und mir war gar nicht gut. Gott sei Dank konnte ich aber ganz vorne sitzen.

 

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