Happy Halloween aus Johannstorf und Travemünde

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Heute bin ich auf der Suche nach Lost-Place-Bildermotiven und finde stattdessen ein Stück Windbeuteltorte, sowie einen Friesennerz

Heute wollte ich Euch einen schaurigen Blogeintrag schreiben. Als Thema standen „Lost Places“ im Fokus. Im Internet gibt es viele Ideen dazu. Ein Lost Place kannte ich bereits von unseren Fahrradtouren. Da wir dieses Wochenende mit dem Segelboot in Travemünde lagen, habe ich die Chance gleich genutzt, um über den Priwall nach Johannstorf zu fahren. Seid Monaten wollte ich dort mal wieder hin und schauen, ob sich nach der zufälligen Entdeckung vor 2 Jahren etwas geändert hatte. Von der Priwallfähre aus, fährt man mit dem Auto max. 10 Minuten in Richtung Dassow.

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Das ehemalige Gut in Johannstorf ist seit Jahren ein verlassener Ort und verfällt stetig. Das Haupthaus ist nun eingerüstet und hat eine gelbe Fassade erhalten. Im 18 Jahrhundert wurde dieses schlossartige Herrenhaus von Familie von Buchwald erbaut. Immernoch führt eine Art Burggraben mit Schilf bewachsen um das Haus. Die kleine Brücke ist mit einem Brettertor versehen, damit Vandalisten und Lost-Place-Fotojäger das leerstehende Haus nicht betreten. An der Straße vor der Gutshofanlage gibt es nun eine Bank und eine Infotafel. Dort ist die Geschichte des Guts zu lesen. Von 1782 an gehörte das Gut einer Familie Echtermann, die 1945, während der Bodenreform, enteignet wurde. In DDR-Zeiten wurde das Haus von der Gemeinde genutzt: Flüchtlingsunterkunft, Konsum, Depot für das Volkskundemuseum in Schönberg, Erntekindergarten, Bibliothek und Gemeindebüro. In den 50ern wurde Johannstorf ein Teil der LPG Pötenitz mit Betonviehstellen. Der Weg übers Kopfsteinpflaster zwischen den alten, mit hohen Gras und Brombeerenhecken umwachsenden Viehställen, ist nun als Fahrradweg gekennzeichnet. Offiziell darf man also den Weg zwischen den alten Viehställen längs gehen. Das war vor 2 Jahren noch nicht so klar. Hinter dem linken Viehstall sehen die alten Güllegruben wie Kennzeichnungen für landende, kleine Ufos aus. So Moos und Gras bewachsen, habe ich kaum erkannt, was es sein sollte.

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Anfang der 90er wurde das Herrenhaus von der Gemeinde Pötenitz an einen Investor verkauft, der aber nicht investierte. Es gab /gibt Streit und die Anlage verfiel in den darauffolgenden Jahren. Schön, zu sehen, dass nun scheinbar doch etwas in Gange kommt. Container mit Schutt stehen vor der kleinen Bretterbrücke und das Herrenhaus ist eingerüstet. Bekannt ist das Gut vielen auch durch den 2008 dort gedrehten und 2010 für den Oscar nominierten Film „Das weiße Band“. (Hier der Trailer zum Film).

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Meine Bilder von dort sind leider nicht all zu sehenswert. Diese Geschichte mit den Lost Places ist nicht so einfach, wie ich dachte. Also, leider kein Gruselmusel von mir aus Johannstorf. Gespenster haben wir nicht getroffen, nicht einmal Fledermäuse, dafür aber etwas Wildschweinkacke. Auch nicht schaurig… Daher verzeiht..

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Den Nachmittag haben wir dann mit schönen Dingen verbracht: Shopping, Torte und Abends ein wunderbares Essen im Restaurant Miera. Zurück in Travemünde sind wir einfach mal ein Stückchen die Vorderreihe entlang geschlendert. Im „Fritid“-Bekleidungsgeschäft habe ich endlich meinen Wunschfriesennerz in quietscheentengelb gefunden. Der netten, ambitionierten Verkäuferin habe ich nun auch einen weiteren Pullover der Marke „Derbe“ aus Hamburg zu verdanken. Beglückt von meinem Kaufrausch, haben wir uns gleich ein großes Stück Torte im Café Lichtblick gegönnt. Meine Kollegin hatte mir das Café empfohlen, weil es da dicke Stücke Windbeuteltorte gibt.

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Ganz süß (und auch geschäftstüchtig) fand ich die Idee, ein Ministück vom Blechkuchen statt Keks zum Cappuccino zu servieren. Der Blechkuchen war fantastisch. Das Ambiente ist ganz nett. Wohnliche Einrichtung mit lauter Lampen. ACHTUNG WORTSPIEL: mir ist plötzlich ein Licht aufgegangen! Überall stehen kleine und große, hängende und stehende Lampen in allen Varianten zum Verkauf bereit. Ich hatte schon zu meiner Kollegin gesagt, dass „Lichtblick“ eher nach Sekte oder Esoterik-Buchhandlung klingt, als nach Café. Ein Lampenladen mit Kaffee und Kuchen erklärt natürlich auch die Namensgebung.

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Unterkunft in Travemünde oder auf dem Priwall gesucht? Am Besten einfach mal hier schauen:

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One thought on “Happy Halloween aus Johannstorf und Travemünde

  1. klasse geschrieben und toll fotografiert, wie immer! Ihr seid zu beneiden da oben im norden – wenn das segeln ende oktober auch langsam „too cool“ werden könnte…?
    Der mix aus bekannten und unbekannten urlaubszielen und ausflügen ist herrlich; sei es nun das insider-herrenhaus oder die herrliche allee in travemünde beim laubfall. Und dazu auch stets die kulinarischen hinweise! Danke! Leider müssen wir noch bis näcsten sommer warten mit der windbeutel-torte……

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