Strandkorbliebe und Wellhornschnecken – Norddorf – Amrum

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Am zweiten Tag unseres Amrum-Trips sind wir in den Ort Norddorf gefahren, haben uns auf Schatzsuche am Strand begeben und sind eine Runde mit der Inselbahn gefahren. Dazwischen gab es natürlich Kaffee und Kuchen.

Obwohl wir ausschlafen konnten, waren wir alle 3 um kurz vor 7 bereits hellwach. Der Vorteil: Mehr Amrumzeit für uns. Nachdem Frühstück ging es zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle nach Süddorf. Das waren ca. 1 – 1,5 km. Von daaus sind wir in den Norden der Insel, nach Norddorf, gefahren. Von Norddorf aus führte uns ein wunderbarer Weg durch Dünen- und Heidelandschaft zum Strand. Das man die Dünen nicht abseits der Wege betritt, ist für mich selbstverständlich. Dünenschutz ist Küstenschutz. Küstenschutz ist Heimatschutz. Aber was ist mit den Trampelpfaden? Ein Trampelpfad führte auf eine Dünenerhebung. Wäre ja schön, von da oben ein Foto zu machen. Als ich ein paar Schritte dem deutlich in die Landschaft gezeichneten Weg folgte, zog mich ein innerer Fingerzeig wieder zurück. Ich wäre ja „auf dem Weg“ geblieben, aber wäre das trotzdem falsch… hhhmmm…??? Meine Frage wurde etwas später beantwortet, denn auf einer Infotafel stand ein Hinweis, dass diese Trampelpfade dem Wind verhelfen, „Risse“ in die Dünen zu schneiden und diese dann nicht mehr den natürlichen Halt haben. Also: Trampelpfade auf Dünen nicht betreten!

Dünenlandschaft

Am Strandeingang saßen drei Strandkorbvermieter in XXL-Strandkörben. Überrascht hat mich, dass alle Strandkörbe offen waren. In den Orten um mich zuhause herum, sind alle Strandkörbe mit Gittern versehen, damit keiner die Strandkörbe ohne bezahlen nutzt. Scheinbar funktioniert es hier mit insulanischen Vertrauen einander gegenüber. Die Herren in den XXL-Strandkörben bieten übrigens noch Schaufeln, Bollerwagen, Amrum-Touren, Wetter- und Wasseranzeigen und Anekdoten zur Insel an.

Der Strand war weiß, feinsandig und weiträumig mit bunten Strandkörben geschmückt.  Von der Ostsee kenne ich diese nur dicht an dicht. Hier faszinieren mich auf einmal ganz andere Dimensionen. Beim Strandeingang sahen die Strandkörbe, die dichter am Meer standen aus wie maritime Legosteinchen. Ich bin verliebt, ganz klar, Amrum hat es in mein Nordherz geschafft und ich lasse meinen Blick über den Sand bis zum Horizont schweifen. Da ertönt neben mir eine belustigte Stimme von zwei Frauen „Guck mal eine Quietschente!“. Tsss…. Hätte noch gefehlt, dass sie mich in meinen gelben Gummistiefeln und meinem gelben Friesennerz gedrückt hätten, um zu schauen, ob ich wirklich quietsche… Hätte ich dann wohl wirklich getan vor Schreck 😉

Sand und Strandkörbe soweit man blicken konnte
Quietscheente??

Am Meer waren flache Wasserstellen, übergroße Pfützen. Dafür gibt es sicherlich einen Namen, den ich (noch) nicht kenne. Hier schlenderten wir mit unseren Gummistiefeln durch und hielten Ausschau nach Schmuckstücken aus der Nordseeschatzkiste. Meine Schwester nennen wir übrigens in solchen Fällen „Findefix“. Sie ist immer die erste, die etwas Besonderes, Witziges und Verlorenes entdeckt. Während sich der Kleine bereits die Taschen voller Muscheln und Steine geräumt hat, findet meine Schwester das erste Wellhornschneckenhaus. Wunderschön in verschiedenen Graublautönen schimmert diese ca. 8-10 cm Schnecke in der Sonne. Zu weiteren Fundstücken gehören neben reichlich blau und orange gestreiften Herzmuscheln auch große Austernschalen. Ich habe überlegt, ob ich eine als Seifenschale verwenden werde.

Auf Schatzsuche
Wellhornschneckenhaus
Schatzsammlung

Als wir nach unserem ausgiebigen Strandgutsuchbesuch zurück nach Norddorf kamen, waren wir alle unterzuckert und plünderten das Tortenbüffet im Café Schult. Mandelhörnchen, Himbeersahnetorte, Stracciatellatorte, Rum-Schokotorte und Schoko-Himbeertorte landeten auf dem Tisch. Die Stracciatellatorte sah zwar super aus, war uns aber zu süß. Ich mag gerne süß Torten mit sauren Früchten, daher war die Schoko-Himbeertorte mein Favourit. Eigentlich hätte auch die Friesentorte auf die Bestellliste gehört, aber Pflaumenmus ist nicht so mein Geschmack. Wer das aber mag, sollte die Torte, dessen Merkmal eine Blätterteigdecke und Pflaumenmusfüllung ist, mal probieren. Seid 1890 gibt es bereits das Café. Somit ist dieser Familienbetrieb eines der Ältesten auf Amrum. Das Café ist super gemütlich. Obwohl die Einrichtung nicht ganz up-to-date ist, würde ich nichts ändern, weil die Möbel so bequem sind und es irgendwie einen eigenen Charme hat. Sehr schön fand ich auch die Auswahl an Zeitschriften und (Kinder)büchern zum Thema Meer und Nordsee. Wir konnten somit nachlesen, welche Muscheln, Tiere und Pflanzen wir schon entdeckt hatten. Die Kellnerin war sehr freundlich und zuvorkommend. Das muss auch noch schnell erwähnt werden.

Rum-Schokotorte im Café Schult

Den Tag beendeten wir mit einer Rundfahrt in der Inselbahn. Wenn man länger auf Amrum ist und genug Zeit hat, sich alles selber anzuschauen, für den ist diese Fahrt nicht unbedingt empfehlenswert. Mit Kind und wenig Zeit ist die Fahrt aber ganz ok. Der Lokführer hat sehr nett über das, was man vom Vorbeifahren sehen konnte, erzählt. Infos die ich noch aus dem Kopf weiß: Haus Burg, ein Friesenhaus bei Nebel, wurde auf einer ehemaligen Burg gebaut, Friesisch ist kein Dialekt, sondern eine Sprache, vom Leuchtturm kann man auf den FKK-Zeltplatz gucken, es gibt einen Friedhof der Namenlosen (Friedhof für angespülte, nichtidentifizierte Seefahrer) und geschätzt gibt es mehr Pferde, als Rinder auf der Insel, Milchkühe gibt es keine.

Ausgestiegen sind wir dann in Norddorf und haben uns zurück nach Steenodde ein Taxi genommen. Der Taxifahrer war furchtbar nett und hat uns super Tipps für den nächsten Tag mitgegeben. Man hat sehr netten Smalltalk gehalten, so dass es schade war, dass die Orte mit dem Auto so schnell zu erreichen waren und man aussteigen musste.

Taxi Harksen 0171-3287237 (Von Nebel mit dem Taxi nach Steenodde ca. 10€ / Von Steenodde zum Fähranleger in Wittdün ca. 15 €)

Gästekarte / Kurtaxe: 1,30€/Erwachsener/Tag, Kinder bekommen eine tolle Wundertüte beim Tourismus-Service beim Vorzeigen einer Gästekarte

Strandkorblektüre: Der kleine Amrumer – kostenloses Ferienmagazin des Tourismus-Services. Mit Fotowettbewerb.

Inselbahn: 10,-€ Erwachsener, 4,-€ Kind, Die Fahrt dauert ca. 70 Minuten. Die Inselbahn durchfährt alle Orte einmal. Los geht die Fahrt in Norddorf, Nebel und Wittdün.

Leihgebühr Strandschaufel 1,-€

Strandkorbvermietungen Norddorf: Boyens , Jannen , Martinen

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