Vom Leuchten und Lauschen – Staberhuk – Fehmarn

In der Hitze dieses Rekordsommers, zieht es mich an die nächste Küste. Fehmarn ist immer eine Reise wert, also komm mit, los geht’s in den Südosten der Insel, nach Staberhuk.

Staberhuk

Hinter dem kleinen Ort Staberdorf führt die Straße direkt zu einem Parkplatz an der Marineküstenstation Marienleuchte. Der Naturstrand liegt direkt links und unterhalb der Marienleuchte. Es ist morgens gegen 10Uhr und die ersten Autos stehen bereits hier. Eine Picknickbank erwartet Familien zu einer Radtourpause oder Spaziergänger für ein erstes Frühstück mit Blick auf Küste und Meer.

Die Marineküstenstation Marienleuchte

Die Marineküstenstation Marienleuchte wirkt durch den großen Zaun nicht gerade malerisch. Ich blende sie aber schnell aus. Hier befindet sich eine Unterwasserortungsstation der Marine. Jedes Boot kann hier, an der engen, viel befahrenen Fehmarnbeltenge, mit ihrem eigenen Geräusch registriert werden. Um die 60 Leute arbeiten dort.

Der Strand an der Küste Staberhuk

Der Strand in Staberhuk ist ein Natur-Steinstrand. Es gibt weder viel Sand, noch Gastronomie oder die DLRG. Das macht gerade den Reiz aus. Wenn Du ein wenig weiter läufst, hast Du hier Deine Ruhe. Während sich an den meisten Stränden gerade die Urlauber tummeln, bin ich überrascht, dass es hier nahezu menschenleere Ecken gibt. Der Strand ist steinig, zum Teil wächst hier Schilf und Seetang vertrocknet in der Sonne. Findlinge liegen am Strand und im Wasser. Ich verzichte darauf zu baden, weil ich nicht sehen kann, wo welche Steine sind.

Der kühle Wind ist eine Wohltat. Im Radio sprechen sie vom heißesten Tag des Jahres. Davon merke ich nicht viel. Es ist einfach nur schön. Die Sonne ist schon kräftig, aber durch den Wind brennt sie nicht auf der Haut. Besonders oben entlang der Steilküste, wenn links die Schlehenbüsche und rechts das vertrocknete Stoppelfeld, vorm Wind schützen, merkt man, was wir für einen Wahnsinnssommer haben.

Am Strand entlang treffe ich bald niemanden mehr. Ich stolpere glücklich über die Steine und erfreue mich an meiner Heimat. Nur ein paar Eiderenten sonnen sich auf den Findlingen und dümpeln etwas im Wasser umher. Auch Möwen kreisen ab und an über mir. Die kleinen Wellen rauschen langsam ans Ufer. Steinesammler können hier nach Schätzen Ausschau halten. Ich denke nicht, dass man hier Glück mit Fossilien hat, aber macht auch nichts. Ein Souvenir ist sicherlich trotzdem dabei.

Ein Platz für Kreative

An einer Stelle mit umgestürzten Bäume sehe ich einen Fotografen mit einem Aktmodel. Ich muss sagen, es ist ein ausgezeichneter Küstenabschnitt für Fotografen und Maler. Vor über 100 Jahren war bereits der Maler Ernst Ludwig Kirchner sehr angetan von der Landschaft. Er wohnte beim Leuchtturmwärter und malte und skizzierte über 100 Bilder. Ich kann mir gut vorstellen, zum Fotografieren noch einmal zurück zu kehren. Die Ruhe und die verschiedenen Küstenformen aus Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Sand und Wellen bieten zahlreiche Motive für ein gutes Bild.

Oberhalb der Steilküste längs zum Leuchtturm Staberhuk

Der Weg oben entlang der Steilküste führt direkt zum Leuchtturm Staberhuk. Ach! Aufs Meer zu schauen ist einfach wunderbar. Es rauscht leise und leuchtet in perfekten Blautönen. An den Disteln am Feldrand und an Brombeerbüschen tummeln sich lauter Kohlweislinge. Ein paar Fahrradfahrer kommen mir entgegen, aber ich kann sie an meinen beiden Händen abzählen.

Der Leuchtturm Staberhuk wurde 1903 hier an der südöstlichen Spitze Fehmarns erbaut. Er kann leider nicht besichtigt werden. Ein holpriger Weg führt zu dem Leuchtturm. Es war eine gute Entscheidung zu Fuß her zu kommen. Auf den ersten Blick stellt sich die Frage, ob man sein „Feuer“ überhaupt auf dem Meer sehen kann. Doch die Baumwipfel verdecken sein Licht nicht. Ich bin mir sicher, auf der Ostsee wird sein Leuchten den Seefahrern die richtige Richtung weisen.

Leuchtturm Staberhuk Fehmarn

Fußweg von der Marineküstenstation Marienleuchte bis zum Leuchtturm Staberhuk – ca. 2 km

Leuchtturm Staberhuk ca. 22 m hoch – kann nicht besichtigt werden

Frischer Ostseewind in den Haaren an einem heißen Sommertag – unbezahlbar

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