Wind, Wellen, Graupelschauer – Helgoland, du große Liebe

Es stürmt, es regnet, es ist grau….Herzlich Willkommen mitten in der Nordsee im Winter. Gibt es etwas Schöneres? Lies, wie es genau auf unserer Lieblingsinsel Helgoland war.

Wie letztes Jahr stellen wir den Wecker auf „viel zu früh“, steigen ins Auto und sind auf dem Weg über die Autobahn nach Cuxhaven. Noch ist das der einzige Weg nach Helgoland, es sei denn wir würden über Büsum fliegen. Das Geld sparen wir uns jedoch lieber.

Aufgrund der Sturmwarnungen und den gruseligen, ergoogleten Zeitungsartikeln parken wir das Auto etwas weiter weg vom Wasser, auf dem Stellplatz der Reederei am Anleger. Der nette Empfang des Mitarbeiters macht es uns einfach. Er nimmt meinen Autoschlüssel entgegen, steckt ihn in einen Umschlag und ich vertraue ihm und der Reederei, dass alles gut geht. Ich fahre schließlich auf meine Glücksinsel Helgoland. Da kann gar nichts schief gehen…

Meer

Mit der Fähre nach Helgoland

Die Überfahrt ist bereits schaukelig, aber ich bin eh müde und suche mir ein Plätzchen, wo ich ein wenig die Augen zu machen kann. Das klappt ganz gut und ich kann, trotz schaukeln, nicht über Seekrankheit klagen. 3 Std brauchen wir diesmal für die Überfahrt nach Helgoland.

Düne

Das Wetter könnte man als schietig bezeichnen. Die Geschäfte schließen oder auch nicht… kommt auf die Fähre drauf an. Im Fahrstuhl vom Unterland ins Oberland sind diesen Monat schon einige Tage im Kalender durchgestrichen. Keine Tagestouristen für Helgoland. Auch an diesem Tag fährt die Fähre nicht. 5 Nächte, eine Insel für uns. Wir haben Glück, oder kein Glück, wie man es nimmt, denn unsere Fähre fährt, wie bereits im August geplant.

Nordsee

Die nächsten 4 Tage nach unserer Ankunft geht gar nichts mehr. Die Fähre fährt aufgrund des hohen Wellengangs nicht. DAS Thema auf der Insel. Die Wochenendgäste fallen aus. Keiner kommt mehr von der Inserl oder auf die Insel. Am 3. Tag fällt sogar die Dünenfähre aufgrund der hohen Wellen aus. Stillstand auf Helgoland…

„Es wird nicht nur Regen geben, denn es gibt auch Sonnenschein, denn ich lass die Sonne rein“

Das glaubt ja wohl nur Ihr Landratten!

Langweilig ist es hier ganz und gar nicht. Wir sind da wo wir sein wollen, nirgends auf der Welt sonst: Oben auf dem Oberland. Sind dick eingemurmelt und kämpfen uns durch die Windböen und die im Gesicht pieksenden Graupelkörner, vor denen sich die paar Rinder und Heidschnucken bereits versteckt haben. Ich könnte nicht glücklicher sein. Würde mich ein Fremder sehen, würde er denken, ich wäre noch nie am Meer gewesen. Ich kann nicht aufhören zu juchzen und zu lachen. Das Meer tost, knallt gegen die rote Felswand und bäumt sich erneut auf. Woher der Wind weht, bekommt hier ein ganz neue Richtung. Die Weite, die Farben, das Licht, die Geräusche, das Salz auf meinem Gesicht. Es gibt nur noch uns, den Wind und das Meer. Wie kann man dieses Gefühl, bloß in Worte fassen? Es ist unglaublich.

Gegen den Wind auf dem Oberland

Für uns war die Zeit auf Helgoland wieder unvergesslich. Ich kann nicht sagen, warum diese Insel uns beide so in ihren Bann zieht und das tut, was sie mit uns tut. Wir hatten nicht einmal den Fernseher an, es hat den ganzen Tag mindestens genieselt, wir waren jeden Tag ganz viel draußen, wir hatten nicht eine Sekunde Langeweile, wir waren im hier und jetzt. Im Alltag muss man sich darum bemühen, hier geht man einfach von Bord.

Ob wir irgendwann mal herkommen und nicht mehr die Rückfahrt antreten, kann ich nicht sagen. Aber dieser ganz normale Verzicht von Überfluss und Hektik war mal wieder verlockend…

Parkgebühren Cassen Eils für 5 Tage 30,-€

Fähre hin und zurück 52,-€ von Cuxhaven aus mit Cassen Eils

Eine Dosis Wind und Wellen – unbezahlbar

Unsere Unterkunft: Ferienwohnung Morgenröte

Von Insulanern und Helgoländern

 

 

3 thoughts on “Wind, Wellen, Graupelschauer – Helgoland, du große Liebe

    1. Hallo Jörg Martin, das ist aber lieb. DANKE!!! Danke auch fürs lesen 😉 Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! Gruß, Finja

  1. trotz des weinachtsgeschäfts noch ein soo toller bericht „von see“!!! Habt ihr tastsächlich mitten im winter-business so viel urlaub bekommen? Glückwunsch! Die begeisterung ist ja förmlich spürbar!
    Und dann das, was ich mir in sierksdorf immer nochmal wünsche: Mal so einen RICHTIG heftigen nordost und wellenauflauf bis an die promenade! Ist bei uns im sommerurlaub ja kaum machbar und im winter haben wir es zwei mal versucht (04/05 und 05/06), aber da war es ruhig. Zum glück gibt es noch
    youtube…..
    Die frohen weihnachten sind damit ja schon erledigt, aber dann auf jeden fall für morgen noch einen guten rutsch!

    uwe

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