Schweigend auf Helgoland – Von Seehunden, Basstölpeln, Hummerbuden und Pasta Knieper

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Ein Virus hat sich in meinem Hals breit gemacht und mich stimmlich lahm gelegt. Der Arzt hat mir 4 Tage Sprechverbot erteilt. In einer Zeitschrift hatte ich gelesen, dass die Luft auf Helgoland durch die Lage auf dem salzigen Meer und die Tatsache, dass dort kein Auto fährt wunderbar helfen könnte. Außerdem war es der einzige Fleck mit Sonnenschein an diesem Tag. „Ich fahre einfach mal los“ dachte ich und so fuhr mich mein Auto geradewegs 2 Stunden und 15 Minuten nach Oesterdeichstrich zum Heide-Büsum-Flughafen.

Dort stand ich in strömendem Regen und mochte nicht mal aus dem Auto steigen. Ich lief dann schnell am Regen vorbei zum Bistro. Mit ein paar Gesten machte ich den Beiden deutlich, dass ich nach Helgoland will. Mit dem Glück in der Tasche, flogen Klaus und Michael mich dann tatsächlich nach Helgoland – Düne. Der Flug dauert bloß ca. 20 Minuten. Der Start ist sehr wackelig, aber über den Wolken geht es. Die Aussicht über Büsum, das Wattenmeer und die heran nahende Insel Helgoland ist unbeschreiblich. So spontan, wie ich, sollte man allerdings nicht unbedingt sein, wenn man nach Helgoland fliegen möchte. Es gibt nur ganz wenig Plätze und natürlich ist es wetterabhängig, ob überhaupt geflogen werden kann. Häufig macht Nebel auf der Düne das landen nicht möglich.

Hier kann man Flüge buchen: Flugplan Preise

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Flughafen Heide – Büsum
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Was für eine Aussicht – Windräder in Nordfriesland

Wir landeten auf der Düne. Hier ist der Name Programm. Die kleine Insel ist eine große Bilderbuchdüne. Ein traumhafter Flecken. Sanfte mit Gräsern bewachsene Hügelchen und drum herum schneeweißer Sand. Die Sonne schien wie verrückt. Auf der Landebahn hatten sich zahlreiche Möwen niedergelassen. Austernfischer stolzierten umher.

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Man hört Möwen, Wind, Wellen und Gras rauschen. Erst einmal tief durchatmen. Hier soll es auch Seehunde geben. Ich startete also meinen Dünenrundgang am Südstrand. Ein super Fotomotiv bietet (abgesehen von der malerischen Landschaft) der Leuchtturm Helgoland Düne. Er dient als Oberfeuer einer Richtfeuerlinie, um Wasserfahrzeugen ein Fahrwasser anzuzeigen. Als weiß-rot-geringelter Blickfang posiert er aber auch ganz gut.

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Leuchtturm Helgoland Düne (Oberfeuer)

Und da liegen sie auch schon! Die Seehunde! Max. bis 30 m darf man sich den Tieren nähern, um sie nicht zu stören. Ganz relaxed liegen Seehunde und Kegelrobben am Strand und strecken dösend Ihre Bäuche der Sonne entgegen. Der Verein Jordsand bietet Führungen hierher an. Ein ganz besonderes Highlight soll auch die Zeit Ende November /Anfang Dezember sein, wenn man fluschige, weiße Robbenbabys hier beobachten kann.

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Weiter geht der Rundgang über den Oststrand „Aade“. Hier kommen Steinsammler wieder
voll auf Ihre Kosten. Ich habe mir ein paar Rote eingesteckt. Ich erinnerte mich zwar, mal etwas von einer Feuersteindesignerin im Fernsehen gesehen zu haben, aber leider nicht mehr, wie die Steine ausgesehen hatten. Nur auf Helgoland, besser gesagt, an dem Steinstrandabschnitt Aade, gibt es einen besonderen roten Feuerstein. Den Helgoländer Feuerstein. Ich habe mir später einen aus einem Souvenirladen mitgenommen. Beim nächsten Besuch, schaue ich hier genauer hin. Selbst gefunden ist viel besser!

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Dünenschutz ist Küstenschutz! Daher nicht betreten
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Weg vom Flughafen zum Wassertaxi

Mit dem halbstündig fahrenden Wassertaxi geht es rüber zur Hauptinsel. Ich habe sogar ohne lange suchen zu müssen direkt ein Einzelzimmer im Seehotel bekommen. Freundliches, hilfsbereites Personal und nettes, sauberes Zimmer. Ich würde ja auch die zentrale Lage loben, wenn auf Helgoland nicht alles so zentral liegen würde 😉 Für Helgoland ist es aber tatsächlich zentral. Helgoland ist in 2 Abschnitte geteilt. Ganz einfach in Ober- und Unterland. Oberland ist oben und Unterland im unteren Bereich. 😉 Nach Oberland geht es zu Fuß oder mit einem Fahrstuhl, der aber Gebührenpflichtig ist. Eine einfache Fahrt kostet 0,60€. Natürlich habe ich mich gleich auf den Klippenrundweg begeben. Die lange Anna und die Basstölpel wollte ich unbedingt sehen. Der Klippenrundweg ist 3 km lang. Er ist also gut zu schaffen. Vor allen Dingen in einer so herrlichen Umgebung.

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Als ich nachmittags da war, zog der Wind ganz schön, dass ich meine Kamera kaum ruhig halten konnte. Auf Deutschlands einziger Hochseeinsel, am Weg entlang der Klippe wundert mich das allerdings gar nicht. Gehört es doch zum Nordseefeeling mit dazu, dass man schön durchgepustet wird. Abends bin ich den Weg noch einmal gegangen. Die Sonne erleuchtete die roten Felsen. Bis zum Sonnenuntergang wollte ich nicht warten, auch wenn es verlockend ist die Sonne direkt hinter der langen Anna ins Meer sinken zu sehen.

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Lange Anna – Der Felssockel ist das Wahrzeichen der Insel

Von weitem hört man schon die Vögel kreischen. Kommt man näher, riecht man sie auch schon. Ich finde das nicht so schlimm. Der rote Felsen war überfüllt von Dreizehenmöwen, Trottellummen und zahlreichen Basstölpeln. Leider konnte ich keine Eissturmvögel und Tordalks entdecken. Helgoland ist eines der besten Vogelbeobachtungsplätze Europas. Viele Vögel landen besonders im Herbst und im Frühjahr auf der Durchreise hier und erfreuen somit nicht nur das Ornithologenherz. Die Basstölpel (Seevogel des Jahres 2016) kann man hier am Lummenfelsen aus nächster Nähe beobachten. Der Lummenfelsen ist das kleinste Natur- und Vogelschutzgebiet Deutschlands. Auch hier bietet der Verein Jordsand Führungen an.

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Basstölpel

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Basstölpel, Trottellummen und Dreizehenmöwen sind zu erkennen

Auch weitere Tiere sind hier zuhause. Gallowayrinder und Heidschnucken grasen hier. In allen Restaurants kann man „Knieper“ bestellen. Das sind Taschenkrebsscheren. Lecker, aber mir war das schon in Indonesien zu umständlich. In der Biologischen Anstalt Helgoland werden Hummer gezüchtet und wieder angesiedelt. Hier geht es zur NDR-Reportage.

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Auf einer Insel mitten im Meer darf natürlich auch ein Leuchtturm nicht fehlen. Malerisch passt er in das Bild vom weitem Meer, grünem Gras und rotem Buntsandstein. Der Leuchtturm Helgoland ist der lichtstärkste Leuchtturm Deutschlands.

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Möwengeschrei und Kaffeeduft weckten mich am nächsten Morgen. Es regnete. Was solls. Die Luft war klar und die Tagestouristen waren noch nicht da. Also, entspannte Ruhe auf der Insel. Ich habe den Tag in der Sauna begonnen, da eh noch nichts anderes auf hatte. Die Öffnungszeiten sind ein wenig dem Tagestourismus angepasst. Viele Geschäfte öffnen um 11 Uhr und schließen um 17 Uhr.  Im Meerwasserschwimmbad und Sauna kann man gut abschalten, sobald man an der völlig frustriert-überforderten Empfangsdame vorbei kommt.

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Anschließend habe ich mich auf den Weg zu den Hummerbuden gemacht. Die bunten Hummerbuden liegen am Südhafen und sind ehemalige
Holzhäuschen der Fischer. Heute kann man dort ein wenig Bummeln und sich über Besonderheiten Helgolands informieren und sich mit Souvenirs eindecken. Hier gibt es auch Eis und Abends Essen + Cocktails. Der Verein Jordsand hat hier sein Häuschen mit einem nachgebauten Stück Lummenfelsen und präparierten Vögeln. Hier verkauft auch die Schmuckdesignerin Feuersteinschmuckstücke. Es gibt eine kleine Fotoausstellung und natürlich kann man auch Bücher von James Krüss kaufen.

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Hummerbuden

Wenn man weiter spaziert kommt man zum zweiten Seglerhafen und auch am „Industriegebiet“ von Helgoland vorbei. Hier haben Maler, Bäcker, Klempner etc… ihren Sitz. Geht man weiter rum, kommt man an den Fuß des roten Felsens mit Blick auf die lange Anna von unten.

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Nachmittags ging meine Fähre zurück nach Büsum. Bis dahin war noch etwas Zeit und die verbrachte ich mit „Pasta Knieper“, „Ahoi-Pullover-Shoppen“ und „Möwenkino“. Eigentlich sind die Möwen auf der ganzen Insel recht entspannt. Nur hier, wo die Tagestouristen auf die Insel in Richtung Fußgängerzone strömen, werden sie frech. Ich habe mich also auf eine Bank gesetzt und das Spektakel beobachtet. Die Möwen schießen gelegentlich treffsicher über die Köpfe der Touristen und schnappen nach dem ein oder anderen Eis.

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Dreizehenmöwe

Dann ging es zum ausbooten mit einem der Börteboote auf die Fähre. Die Fähre braucht ca. 2,5 Std nach Büsum zurück. Ich hatte Glück, dass die Sonne schien und die See ruhig war. Ich hatte vorne einen Draußenplatz auf dem Vordeck. Es war wunderbar die Nase in den Fahrtwind zu strecken. Unterwegs habe ich einen Pinguin gesehen. Naja, also einen Vogel, der so aussah und gerade abtauchte. Leider war er zu schnell weg, als ihn genauer anzuschauen… Wir fuhren an Krabbenkuttern vorbei, die zahlreiche Möwen hinter sich herzogen, bis wir die Küste vor Büsum am Horizont sahen.

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Helgoländer Börteboot
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Fertig machen zum ausbooten

Infos zur Fähre 

Unterkunft auf Helgoland gesucht? Am Besten einfach mal hier schauen:

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5 thoughts on “Schweigend auf Helgoland – Von Seehunden, Basstölpeln, Hummerbuden und Pasta Knieper

  1. Was für eine Idee! Mal schnell rueber duesen! Das sind die Vorteile im Land zwischen den Meeren…….
    Helgoland haben wir noch nie geschafft – werden wir wohl auch nicht. Es gibt ja so viele Filme und Fotos – so wie hier! Danke!

    1. Für mich gibt es bisher 2 Orte, die jeder einmal gesehen haben sollte: Rom und Helgoland. (Zumindest von den Orten, die ich bisher gesehen habe. Helgoland ist einfach zauberhaft und wundervoll.) Sie sollten sich das einmal überlegen… und dann für mind. 1 Nacht, damit man die Karawanen des Tagestourismuses ein wenig umgehen kann.

  2. Super Blog und super Fotos !!
    Waren noch nie auf Helgoland, aber Tochter Jill muss Referat über HELGOLAND halten in der Schule-nun kann sie über
    die Insel berichten ohne jemals dort gewesen zu sein….( was sich sicher noch nachholen läßt…)

    1. 2 Orte, die ich bereits gesehen habe, sollte JEDER einmal gesehen haben: Rom und Helgoland! Also los! Jetzt ist noch Babyrobbenzeit 🙂

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